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Tobelbrücke

 

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update November/2025 (Artikel aus dem Tagesanzeiger vom 29.11.2025
 

Die Diskussion um die geplante Tobelbrücke in Küsnacht geht in die nächste Runde. Seit acht Jahren will die Gemeinde den Wunsch von Konrad Willi umsetzen, der Küsnacht 1,25 Millionen Franken für eine Brücke über das Tobel schenkte. Der 2019 verstorbene Spender tat dies in Gedenken an seine Frau, die so gerne im Tobel spazieren ging.

Die Brücke sollte hoch über den Baumwipfeln die Dorfteile Allmend und Itschnach verbinden und so besonders Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Familien mit Kinderwagen die Überquerung des Tobels ermöglichen, ohne den beschwerlichen Ab- und Aufstieg über 500 Treppenstufen.

Doch Leichtigkeit ist in dem Thema nirgends zu finden. Zwar hat das Stimmvolk an einer Gemeindeversammlung 2018 Ja gesagt zur Teilrevision des kommunalen Richtplans Verkehr und so die planerische Grundlage für den Bau der Brücke geschaffen. Doch seither hat die Idee seitenweise Einsprachen Gutachten , Berichte und nun eine Initiative ausgelöst – von einem Bau ist Küsnacht nach wie vor weit entfernt.
 

Noch im Sommer hoffte die Gemeinde, im Januar starten zu können und die Hängebrücke mit einer Spannweite von 130 Metern im Juli 2026 zu eröffnen. Doch jetzt verschiebt sich der Bau erneut, dieses Mal wegen einer Initiative. Es ist nicht die erste Verzögerung. Zuletzt hatte die Gemeinde aufgrund eines Gutachtens der Natur- und Heimatschutzkommission die geplante Hängebrücke 200 Meter tobelaufwärts verschoben.
 

Die aktuelle Initiative haben die Küsnachter Jakob Weiss und Gerold Egli, Sohn des verstorbenen Lokalhistorikers Alfred Egli, im Frühling als Einzelinitiative mit 44 Unterschriften eingereicht. Sie verlangen, dass über die Tobelbrücke nochmals abgestimmt werden soll. Denn die Brücke verletze nach wie vor die Schutzbestimmungen des Tobels. Zudem seien die Kosten seit dem Beschluss der Gemeindeversammlung von 2018 beträchtlich gestiegen.

Der Gemeinderat hatte die Initiative zunächst für ungültig erklärt. Die Initianten zogen ihr Begehren daraufhin weiter. Vor kurzem hat der Bezirksrat aber entschieden, dass die Initiative gültig ist. «Der Gemeinderat hat den Beschluss des Bezirksrats zur Kenntnis genommen und wird über das weitere Vorgehen beraten», sagt die Küsnachter Gemeindeschreiberin Catrina Erb Pola.
Die Initianten Weiss und Egli sehen «die Notwendigkeit» einer Brücke nicht ein: «Das Tobel ist mit Spazierenden und Bikern schon genügend belastet», sagt Weiss, der in der Nähe des Tobels wohnt, das der Dorfbach in 18’000 Jahren durch Erosion geschaffen hat. Weiss möchte die Natur als solche erhalten.

Das sieht grundsätzlich auch der Kanton so. Das Küsnachter Tobel ist im kantonalen Inventar der Landschaftsschutzobjekte aufgeführt – wie beispielsweise auch das Meilemer Dorfbachtobel oder das Wehrenbachtobel in der Stadt Zürich.

Der Spazierweg durch das Küsnachter Tobel im Frühling. Vor der Bachkorrektion vor 130 Jahren war das Tobel «eine Wildnis».

Allerdings ist die Natur im Tobel bereits vor 130 Jahren stark verändert worden. Damals wurde es durch die Bachkorrektion erst zugänglich gemacht. Seither gibt es dort Spazierwege und mehrere Brücken. Davor sei das Tobel «eine Wildnis, ein Durcheinander von Wasser, Steinen und Pflanzen» gewesen, in das sich nur «Männer der Holzkorporation und wilde Buben wagten». Das ist in einem Küsnachter Jahrheft nachzulesen.


Auch eine Tobelbrücke wurde in den Siebzigerjahren bereits angedacht, allerdings im Rahmen der Pläne für eine vierspurige «Höhenstrasse» von Zürich über Küsnacht bis nach Rapperswil. Der Antrag des Gemeinderats, im Zuge des Projekts über das Tobel eine Autobrücke zu errichten, wurde von der Gemeindeversammlung damals jedoch deutlich abgelehnt.
 

Die aktuelle Idee einer Hängebrücke für Menschen mit eingeschränkter Mobilität wird wohl auch 2026 nicht umgesetzt werden. «Es braucht nun vermutlich eine Abstimmung über die Initiative», sagt Jakob Weiss. Werde die Initiative angenommen, komme es zur Abstimmung über das Projekt, das laut Gemeinde mit den «Schutzzielen des Küsnachter Tobels in Einklang» stehe. Die Initianten Weiss und Egli bestreiten das. Aktuell sieht es danach aus, dass der Bach das Tobel noch lange Zeit weiter formen wird, bevor eine Brücke darüber gebaut werden kann.

update Juni/2025

Die neue Tobelbrücke in Küsnacht schafft eine Verbindung zwischen den Dorfteilen Allmend und Itschnach. Der Brückenstandort wurde gegenüber dem ursprünglichen Projekt um rund 200 m Tobel aufwärts verschoben, was zu einer Reduktion der Spannweite von 180 m auf 130 m führt. Die Brücke wird als Seilbrücke ausgebildet, wodurch auf störende Pfeiler und seitliche Abspannungen verzichtet werden kann. Die Brücke verläuft auf einem Drittel der Länge über den Baumkronen und weist am höchsten Punkt eine Höhendifferenz von 44 m zum Tobel auf. Die beiden Zugänge zur Brücke befinden sich ebenfalls im Wald und werden durch naturnahe Gehwege erschlossen.

Das Bauprojekt wurde gemäss § 13 des Strassengesetzes (Mitwirkungsverfahrens) vom 11. Juli 2024 bis zum 13. August 2024 öffentlich aufgelegt, sodass die Küsnachter Bevölkerung die Möglichkeit hatte, den Umfang der angestrebten Baumassnahme zu beurteilen. Die eingegangenen Einwendungen wurden im Einwendungsbericht festgehalten, welcher gemäss § 13 Abs. 3 StrG während 60 Tagen vom 30. Januar 2025 bis zum 31. März 2025 zur Einsicht für die Öffentlichkeit aufgelegt wurde. Der Einwand der Holzkorporation Küsnacht wurde nach einer vertraglichen Regelung zurückgezogen. Die Einwendungen der Stiftung Landschaftsschutz wurden teilweise berücksichtigt (Untersuchung der Brutvögel und Vegetationsaufnahmen, Beizug eines Fachbüros für gestalterische Themen), im Übrigen abgewiesen (Anpassungen am Querschnitt der Brücke, Überarbeitung der Hierarchie und Gliederung der Trag- und Sicherheitselemente, Materialisierung des Gehwegs, Verschiebung der Brückenachse).

Das aktuelle Terminprogramm sieht vor, mit dem Bau der "Fussgängerhängebrücke Küsnachter Tobel" Anfang 2026 zu beginnen.

Detaillierte Infos finden Sie auf der Webseite der Gemeinde

https://www.kuesnacht.ch/gemeinde/aktuelles/details.page/849/news/14008

update Januar/2025

Aufgrund einer Einsprache der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL-FP) gegen das ursprüngliche Projekt hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass dieses überarbeitet werden müsse, um mit den Schutzzielen des Küsnachter Tobels in Einklang zu stehen. Inzwischen liegt gemäss den Informationen der Gemeinde ein neues Projekt vor, welches diesen Zielen gerecht wird.

Entsprechend wurde der Brückenstandort gegenüber dem alten Projekt um rund 200 m Tobel aufwärts verschoben, was zu einer Reduktion der Spannweite von 180 m auf 130 m führt. Zudem wird die Brücke als Seilbrücke ausgebildet, wodurch auf störende Pfeiler und seitliche Abspannungen verzichtet werden kann. Die Brücke verläuft auf einem Drittel der Länge über den Baumkronen und weist am höchsten Punkt eine Höhendifferenz von 44 m zum Tobel auf. Die beiden Zugänge zur Brücke befinden sich ebenfalls im Wald und werden durch naturnahe Gehwege erschlossen. Somit kann der Panoramaweg Pfannenstiel ideal über die neue Tobelbrücke erschlossen werden.

Gemäss der Gemeinde wurde eine entsprechende landschaftliche Beurteilung des überarbeiteten Projekts durch das Büro Quadra erarbeitet. Das Gutachten der Natur- und Heimatschutzkommission des Kantons Zürich (NHK) anerkennt, dass das vorliegende Projekt die negativen Auswirkungen des Bauwerks auf das Küsnachter Tobel auf ein Minimum reduziert.

Das aktuelle Terminprogramm sieht vor, dass mit dem Bau der Brücke im Herbst 2025 begonnen werden könnte, sofern gegen das voraussichtlich im Frühjahr 2025 öffentlich aufliegende Projekt nicht wieder Einsprache erhoben wird.

 

update Mai/2023

Gemeinderat will Tobelbrücke schon nächsten Sommer bauen

(Zitat Tagesanzeiger vom 17.05.23)

Der TA meldet: Nach mehreren Anläufen glaubt der Gemeinderat nun eine Lösung gefunden zu haben, um die langersehnte Brücke über das Tobel umsetzen zu können.

Vorbehalten bleibt ein allfälliger Rekurs der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und die Bewilligung des Kantons

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Tobelbrücke bleibt eine Hängepartie

 

Die Gemeindeversammlung hat am 18. Juni 2018 den Bau einer Hängebrücke über das Küsnachter Tobel (gestiftet von einem inzwischen verstorbenen Küsnachter) im Rahmen einer Teilrevision des kommunalen Richtplans mit deutlicher Mehrheit angenommen. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SLS) hat den von der Gemeinde abgewiesenen Rekurs an das Baurekursgericht des Kantons Zürich weitergezogen und nach dessen negativen Bescheid weiter ans Verwaltungsgericht. Im Juni 2020 hat das Verwaltungsgericht in zweiter Instanz angeordnet, dass die Gemeinde ein Gutachten der Natur- und Heimatschutz-Kommission (NHK) sowie eine Rodungsbewilligung einholen muss.

​Das Verwaltungsgericht ist in den meisten Punkten der Gemeinde gefolgt und hat bestätigt, dass die geplante Brücke sich mit dem Schutz des Küsnachter Tobels in Einklang bringen lässt und der Schutzumfang nicht beeinträchtigt wird. Das wichtige Argument einer erleichterten Verbindung zwischen den Quartieren Allmend und Itschnach hat das Gericht ebenso als berechtigtes Anliegen bestätigt. Hingegen kommt das Verwaltungsgericht zum Schluss, dass, obwohl die Tobelbrücke von filigraner Gestalt sei und von aussen nicht einsehbar ist, es sich um ein solides, unübersehbares Bauwerk handelt. Das heisst, dass gemäss Verordnung die Brücke als «grössere Baute» gilt, für welche im Bereich von Schutzobjekten ein Gutachten der NHK verlangt wird.

Inzwischen hat die Gemeinde die Baupläne mit Hilfe von zwei Ingenieurbüros überarbeitet und die Brücke weiter talaufwärts verschoben, zudem soll sie kürzer werden: Statt 180 Meter nur noch 140 Meter. Doch im Juli 2022 wurde bekannt, dass die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz auch die neue Variante nicht toleriert. «Auch diese Fussgängerbrücke ist nicht landschaftsverträglich», heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Denn am neuen Standort würden die Schutzziele des Küsnachter Tobels ebenfalls erheblich verletzt.

Der Gemeinderat ist jedoch überzeugt, dass sich eine redimensionierte Tobelbrücke am neu eruierten Standort mit den Vorgaben des NHK-Gutachtens beziehungsweise mit den Schutzzielen für das Küsnachter Tobel vereinbaren lässt und will seine Planung weiterführen.

 

Das BFK hatte sich seinerzeit bei der Abstimmung über die Tobelbrücke im Jahr 2018 für Stimmfreigabe entschieden.

 

Stand: August 2022/cb

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