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Gemeinderats-Wahlen in Küsnacht
vom 15. Mai 2022

 

Ausgangslage:

 

Am 15. Mai 2022 wird in Küsnacht der Gemeinderat (GR) neu gewählt, der sich derzeit aus 4 FDP, 3 SVP, 1 GLP und einem Parteilosen zusammensetzt. Als Folge des Urnengangs vom Juni 2021 wird der GR dabei von bisher 9 auf neu 7 Sitze verkleinert. Nachdem 3 bisherige Gemeinderäte ihren Rücktritt erklärt haben - Martin Wyss (FDP), Ueli Schlumpf (SVP) und Walter Matti (parteilos) - gilt es, einen Sitz neu zu bestellen. Die übrigen 6 Bisherigen kandidieren alle erneut.
 

Die Erfahrung zeigt, dass bisherige Amtsinhaber mit grosser Wahrscheinlichkeit wiedergewählt werden. Umkämpft sein dürfte vorab der freiwerdende Sitz. Um diesen bewerben sich insgesamt 7 Kandidaten: Je ein Kandidat der FDP und der SVP, die ihre bisherige Sitzzahl im verkleinerten Gremium verteidigen wollen, und 5 Parteilose.

 

Der BFK-Vorstand hat die Kandidaten von FDP und SVP, die von ihren Parteien unterstützt werden, zur Anhörung gebeten, ebenso die drei Parteilosen, die beim BFK um eine Anhörung nachgefragt und damit ihre Bereitschaft für ein aktives Engagement im Wahlkampf bekundet haben.

 

Diese fünf sind Adrian von Burg (SVP), Gauthier Rüegg (FDP), Urs Esposito (parteilos), Claudio Durisch (parteilos) sowie die als Schulpräsidentin kandidierende Christina Zürcher (parteilos).

 

 

Hintergrund:

 

Bereits im Abstimmungskampf um die Vorlage «7 statt 9» vom Juni 2021  hat der BFK-Vorstand davor gewarnt, dass die Verkleinerung des GR zu einer absoluten Mehrheit der FDP führen könnte. Da die FDP erneut mit 4 Kandidaten (1 neuer, 3 bisherige) antritt, könnte dieses Szenario nun Realität werden. Damit steigt das Risiko, dass die Meinungsvielfalt im Küsnachter GR eingeschränkt wird. Die Notwendigkeit Kompromisse zu finden, die den Bedürfnissen unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen in unserem Dorf gerecht werden, würde angesichts der Übermacht einer einzigen Partei weniger dringlich.

 

Wichtig ist dem BFK-Vorstand zu betonen, dass wir nicht den Freisinn als Partei bekämpfen, wohl aber die Entwicklung, dass eine einzige politische Gruppierung im Küsnachter GR eine absolute Dominanz erringt. Dies könnte dem Klima in unserem Dorf schaden, das für unterschiedliche Lebenshaltungen und kontroverse Debatten genügend Raum lassen soll.

 

 

 

Bei seiner Wahlempfehlung hat der BFK-Vorstand deshalb zwei Aspekte berücksichtigt:

 

1. die fachliche und persönliche Eignung der Kandidaten und Kandidatinnen

2. die künftige parteipolitische Zusammensetzung des GR

 

 

Die vom BFK-Vorstand angehörten Kandidatinnen und Kandidaten haben uns mehrheitlich einen überzeugenden und engagierten Eindruck hinterlassen. Mit Blick auf die angestrebte politische Vielfalt empfehlen wir ihnen folgende neu kandidierende Personen zur möglichen Wahl:

 

 

Claudio Durisch (parteilos, neu):

 

Der 52-jährige ist als Portfoliomanager bei den Liegenschaften der Stadt Zürich tätig. Er lebt mit Frau und zwei Töchtern seit 16 Jahren in Küsnacht. Seine Mutter wurde drei Jahre nach dem Frauenstimmrecht Gemeinderätin in Chur. Dennoch war er selber bisher nie politisch aktiv und sieht seine Parteilosigkeit als Vorteil. So könne er die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Bewohner in der Gemeinde glaubhaft vertreten, sagt er. Eine verbesserte Kommunikation und höhere Zufriedenheit mit dem Gemeinderat wären für ihn wichtige Ziele.

 

Urs Esposito (parteilos, neu):

 

Der 62jährige selbständige Architekt ist der bekannteste der Kandidaten, er ist aktiv an Gemeindeversammlungen und als Leserbriefschreiber. Esposito ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er hat sich schon vor 4 Jahren für den GR beworben und nur knapp einen Sitz verpasst. Esposito kandidiert, weil ihn der mangelnde Einbezug der Bevölkerung ins politische Geschehen durch den GR stört, wie er sagt. Er sieht sich selber als «kritischen Geist», der sich gegen «militärisches Gebaren» im GR wehren und als «Stachel in dessen Fleisch» wirken will, wie er es formuliert.

 

Adrian von Burg (SVP, neu):

 

Der verheiratete Immobilienfachmann ist in Küsnacht als Sohn der Bäckersfamilie von Burg aufgewachsen. Mit von Burg stellte sich ein gemässigter SVPler zur Wahl, der im Dorf gut vernetzt ist. Der 36-jährige fungiert heute als Co-Präsident der Ortspartei und ist derzeit noch in der RPK tätig. Von Burg bezeichnet sich selber als traditions- und heimatverbunden, aber auch als liberal. Er möchte namentlich die Kommunikation der politischen Behörden mit den Küsnachtern verbessern und die Bewohner vermehrt aktiv ins politische Geschehen einbeziehen.

 

 

Für das Amt des Gemeindepräsidenten, für das neben Markus Ernst (fdp., bisher) auch Urs Esposito (parteilos, neu) kandidiert, hat der BFK-Vorstand  Stimmfreigabe beschlossen.

 

 

Von den Bisherigen empfehlen wir zudem:

 

Susanna Schubiger (GLP)

Ulrich Erb (SVP)

Martin Schneider (SVP)

 

 

Alle genannten Wahlempfehlungen des BFK-Vorstandes sind von der GV vom
6. April mit deutlichem Mehr gutgeheissen worden. Dies mit einer Ausnahme:

Schulpräsidium:

Für das Amt des Schulpräsidenten - dieser ist automatisch auch Mitglied des Gemeinderates - hatte der BFK-Vorstand Stimmfreigabe beschlossen. Die BFK-GV vom 6. April 2022 unterstützte dann aber mit deutlichem Mehr einen Antrag von Jörg Stüdeli (Präsident Grüne, Küsnacht), die parteilose Kandidatin Christina Zürcher zur Wahl zu empfehlen.

 

 

Die beiden Kandidaten für das Schulpräsidium im Kurzporträt:

 

1. Klemens Empting (FDP, bisher).

 

2. Christina Zürcher (parteilos), ist 65-jährig, verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Sie ist ausgebildete Primarlehrerin und seit 8 Jahren Mitglied der Schulpflege. Nach den belastenden Pandemie-Jahren möchte sie Schüler, Eltern, Lehrer und die Betreuung wieder näher zusammenführen. Ein wichtiges Ziel ist für sie die Etablierung der Tagesschule sowie die Festlegung von pädagogischen Leitlinien. Mit politischen Fragen ausserhalb der Schule hat sie sich bisher nicht befasst. (ausführliche Info unter www.christinazuercher.ch )

 

 

Fazit:

Ziel des BFK-Wahlvorschlags ist es, mit geeigneten Kandidaten die Meinungsvielfalt im Gemeinderat bestmöglich zu stärken und zu verhindern, dass eine einzige Partei – in diesem Falle die FDP - die absolute Mehrheit erringt.

Deshalb empfiehlt die GV des BFK, am 15. Mai vier neu-Kandidierende (davon 3 Parteilose) und 3 Bisherige zu wählen. Bei dem Präsidium des Gemeinderates überlassen wir Ihnen die Wahl.

 

 

Und zu guter Letzt - so könnte Ihr Wahlzettel für den GR aussehen (Beispiel):

 

1. Claudio Durisch (parteilos, neu)

2. Urs Esposito (parteilos, neu)

3. Adrian von Burg (SVP, neu)

4. Susanna Schubiger (GLP, bisher)

5. Martin Schneider (SVP, bisher)

6. Ulrich Erb (SVP, bisher)

 

7. Schulpräsidium: Christina Zürcher (parteilos, neu)

 

 

 

Der BFK-Vorstand, 7. April 2022